Monica Lierhaus

Die ehemalige Sportschau Moderatorin Monica Lierhaus war sicher vielen Männern erst mal suspekt. Das öffentlich-rechtliche Schlachtschiff der Sportunterhaltung markiert samstags eine Uhrzeit, zu der Mann sein Bier nimmt, um die Couch einen mentalen Stacheldrahtzaun zieht und Frau und Kinder bewusst ignoriert.

Eine Frau dort zu platzieren war gewagt und ein voller Erfolg. Die Männer vorher konnten immer alles etwas kumpelhafter angehen, da wurde geduzt und mit teilweise ruppigen Anekdoten lustig runter moderiert. Man wusste ja, wer einem da zusah. Männer unter sich. Aber die Hamburgerin moderierte eloquent, mit Esprit und Professionalität die Sportschau und schaffte es vor allem durch Kenntnis des Fachs, Anerkennung bei den Zuschauern zu generieren.

Die Operation

Am 9. Januar 2009 unterzog sich Lierhaus einer Operation, um ein Hirn-Aneurysma entfernen zu lassen. Aufgrund von Komplikationen wurde sie danach in ein künstliches Koma versetzt. Die Resonanz in den Medien war gewaltig. Alle einschlägigen Boulevard Blätter und Sender machten das menschliche Drama zum Thema. Das Koma dauerte vier Monate und die Rehabilitation zog sich über viele Monate hinweg.

Goldene Kamera

Zwei Jahre später dann der Knaller. Am 5. Februar 2011 trat sie im Rahmen der Verleihung der Goldenen Kamera wieder öffentlich auf. Eine erschütternde Szene,  hart an der Schmerzgrenze, die für viel Diskussionsstoff sorgte. Bereits einen Monat später sollte sie die Botschafterin der Fernsehlotterie -  Ein Platz an der Sonne werden. Schöne Idee. Nur als bekannt wurde, dass sie dafür etwa 450.000 Euro pro Jahr verdienen würde, sah sich die Lotterie mit einer Vielzahl an Kündigungen von Abonnenten konfrontiert, die nicht nachvollziehen konnten, wie diese Höhe gerechtfertigt wäre.

Zurück in die Zukunft

Der bisher letzte Höhepunkt in der Schlammschlacht war die Meldung des „Spiegel“, ein Aufsichtsgremium der ARD wollte sie wegen der negativen Schlagzeilen canceln. Dies wurde inzwischen von allen Seiten dementiert. Zudem ist die 40-Jährige vor kurzem schwer gestürzt, brach sich dabei fünf Rippen und musste ins Krankenhaus.

Zurück bleibt die Frage, ob die Einschaltquoten bei ihrer ersten Moderation so hochlagen, weil alle sehen wollten, was da passieren würde und sie schlichtweg als Freak geendet ist. Wie in Zukunft mit ihr verfahren wird, lässt sich jedenfalls unmöglich absehen. Dass sorgsam abgewägt werden muss, ist allerdings entscheidend für die Zukunft von Monica Lierhaus.

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